Die digitale Küche

Dieses Teilprojekt entwickelt Technologien, die eine Digitalisierung des Lebensfelds Küche und Kochen unterstützen und somit bei der Kochprozessplanung helfen. Außerdem dienen diese Technologien, dank ergonomischer Assistenzsysteme, der „Lifetime functionality“ der Küche.

Das Hoch- und Runterfahren der gesamten Arbeitsplatte sorgt für eine angenehme Arbeitshöhe für jedermann. Eine herunterfahrbare Tür am Oberschrank erleichtert den Zugriff auf die gelagerten Gegenstände. Regale, die hinter der Arbeitsplatte verschwinden, schaffen zusätzlichen Stauraum und fügen sich optisch perfekt in das Küchenbild ein.  

Während des Kochprozesses sorgt ein Display für den reibungslosen Ablauf. Es zeigt die Lagerorte der benötigten Gegenstände an und bietet somit die Schnittstelle zu den elektromechanischen Öffnungssystemen der Schubkästen. Durch Berühren des Displays öffnet sich der jeweilige Schubkasten und bietet guten Zugriff auf die benötigten Lebensmittel und Kochutensilien.

Außerdem benötigt man für einige Schubkästen eine Zugangserlaubnis, z.B. für den Reinigungsmittelschrank oder den Medikamentenschrank. Dank Bluetooth-Schloss ist sichergestellt, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf den Inhalt erhalten.

Für einen reibungslosen Kochprozess entwickeln die Partner einen "Intelligenten Koch-Monitor", den sogenannten Rezeptspurhalteassistenten. Dieser Monitor beobachtet die Zubereitung von Speisen und kann mit seinem Wissen über Rezepte fehlende Zutaten vervollständigen oder benötigte Geräte selbstständig verknüpfen.

Die gesammelten digitalen Beschreibungen einzelner Zubereitungsschritte bis hin zu ganzen Kochevents liefern das Fundament, dem Nutzer eine "mitdenkende Technik" anbieten zu können. Diese kann das Wissen des Nutzers unterstützen, Varianten für die Zubereitung eines Gerichts anregen oder erkennen, wenn das Gericht zu misslingen droht. Dann kann der Kochassistent KogniChef Alternativen vorschlagen.

Der Rezeptspurhalteassistent funktioniert nach dem Prinzip eines "Fahrassistenten": Er greift in kritische Situationen ein, sodass Gerichte sicher gelingen. So soll er dazu beitragen, älteren oder mental unterstützungsbedürftigen Personen eine möglichst lange selbstbestimmte Beherrschung des wichtigen Lebensfelds Kochen zu ermöglichen.

Zubereitungsschritte bis hin zu ganzen Kochevents können automatisch dokumentiert und um persönliche Kommentare ergänzt werden. Jüngere Nutzer können so ihre Kochevents in soziale Netze einstellen oder ein personalisiertes "Kochgedächtnis" aufbauen. Auf dessen Grundlage können Empfehlungen über neue Gerichte, Zutaten oder Geräte vermittelt werden. Dabei ist es wichtig, derartige Unterstützungen in einer Form anzubieten, die zu einem gesteigerten positivem Nutzererlebnis führt und die nicht als aufdringlich oder gar als Belehrung empfunden wird. Daher ist ein wichtiger Teil der Projektarbeiten darauf gerichtet, dem System neben funktionaler Informativität auch sozio-emotionale Kompetenz zu verleihen.

Miele hat bereits in Gütersloh eine Küche zu Test- und Demonstrationszwecken eingrichtet. Des Weiteren wird bis Mitte 2016 eine Bestandswohnung von den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit der KogniHome Technologie ausgestattet.

Beteiligte Partner: Hettich, Miele, Universität Bielefeld